Canon Powershot G11 – weniger Pixel, mehr Bildqualität
Auch wenn der ein oder andere Verkäufer in den großen Elektronik”fach”märkten es uns gern anders erklärt: “Mehr Megapixel” bedeutet nicht gleich mehr Bildqualität. Das ist bei den meisten ambitionierten Hobbyfotografen bereits angekommen. Vielmehr lässt nur das Verhältnis zwischen Anzahl der Megapixel und Größe des Sensors Rückschlüsse auf die Bildqualität zu. Zum sogenannten “Bildrauschen” kommt es nämlich, wenn auf einen zu kleinen Sensor zu viele Megapixel treffen.
Auch bei Canon ist dieses Prinzip bekannt. Das japanische Unternehmen wagt einen Schritt gegen den Pixelwahn und veröffentlicht mit der PowerShot G11 erstmals eine Digitalkamera, die mit 10,0 Megapixel Auflösung ganze 4,7 Megapixel weniger bietet, als ihr Vorgängermodell, die Canon Powershot G10. Bei gleichbleibender Sensorgröße von 1/1,7 Zoll bedeutet das konkret: Weniger Bildpunkte auf gleicher Sensorfläche, die Pixel selbst sind größer. Damit erreicht Canon, dass die Kamera lichtempfindlicher ist. Auch unter schlechten Lichtverhältnissen sind somit rauschfreie Bilder in ordentlicher Auflösung möglich – das nämlich war einer der Hauptkritikpunkte an der G10.
Auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert – ein großes, mattschwarzes Gehäuse mit den Abmessungen 112,1 x 76,2 x 48,3 cm lässt gerade noch so den Ausdruck “kompakte Digitalkamera” zu. Mit 334 Gramm ohne Akku gehört die G11 auch nicht gerade zu den Leichtgewichten. Nichts für die Hosentasche. In diesen Dimensionen steckt aber eben auch eine Menge Technik:
- Objektiv:
Mit dem 6,1 – 30,5 mm Weitwinkel-Objektiv lassen sich auch große Motive perfekt einfangen. In Kleinbilddimensionen gerechnet liegt die Canon hier bei von 28 – 140 mm und bietet damit ein starkes Zoomobjektiv. Optisch wird 5fach gezoomt, digital werden nocheinaml ein 4fach “digital Safety”-Zoom draufgelegt, der im Gegensatz zum optischen Zoom auch bei Videoaufnahmen zur Verfügung steht. Der optische Bildstabilisator sorgt für wackelfreie Aufnahmen. - Bildqualität:
Canon wendet bei der PowerShot G11 erstmals ein neuartiges Verfahren zur Rauschreduzierung an. Aus der bereits erwähnten Pixelreduzierung auf 10,0 Megapixel bei gleichbleibender Sensorgröße (1/1,7 Zoll CCD) ergibt sich eine höhere Lichtempfindlichkeit des hochempfindlichen Sensors. Jeder einzelne Pixel ist größer und der Pixelabstand verringert sich – dadurch wird das Bildrauschen deutlich reduziert, das laut Herstellerangaben dem Einsatz von zwei ISO-Stufen entspricht.Darüber hinaus verspricht der Bildprozessor DIGIC-4 mit verbesserter i-Contrast-Technologie, dass Bilder gerade bei schwierigen Licht- verhältnissen mit großen Helligkeitsunterschieden optimale Kontrastwerte erreichen. Bei geringem Licht reduziert sich die Auflösung mittels der Low Light – Funktion durch das Zusammenfassen von jeweils 2 x 2 Pixeln – dadurch werden ISO – Werte von bis zu 12.800 erreicht! Super, wenn man ohne Blitz fotografieren möchte / muss. Andersherum, in sehr hellen Situationen, bietet die Canon Powershot G11 einen integrierten Neutralgraufilter, der die Lichtmenge reduziert – bei anderen Kameras benötigt man hierzu üblicherweise einen extra Filter. - Dreh- und schwenkbares Display:
Das flexibel dreh- und schwenkbare Display der Power Shot G11 kennen wir schon von früheren Canon-Modellen und freuen uns, dass es auch hier wieder verbaut wurde. Mit 2,8 Zoll ist es ausreichend groß und bietet eine hohe Auflösung von 461.000 Pixeln. Extravagante Blickwinkel sind somit kein Problem – auch Selbstprotraits gelingen mit nach vorn gedrehtem Display einwandfrei. - Videos:
Hobbyfilmer werden enttäuscht sein: Videos werden leider nur in VGA-Auflösung (640 x 480 Pixel) bei 30 Bildern / Sekunde aufgenommen. Da nützt es auch nichts, dass diese mittels HDMI-Anschluss an den Fernseher gesendet werden können. Die Canon G11 ist in erster Linie zwar eine Fotokamera, die Konkurrenz ist im Bereich Videoaufnahme aber weniger verschlafen. Das gewählte Videoformat ist H.264. - Aufnahmemodi
- Zubehör:
Die Liste des optionalen Zubehörs ist wie immer reichhaltig: Der Blitzschuh ermöglicht den Einsatz einer ganzen Reihe Speedlite Blitzgeräte. Ein Fernauslöser sowie das Unterwassergehäuse WP-DC34 (bis zu 40 Meter Tauchtiefe möglich) sind ebenfalls erhältlich – die erste Wahl für ambitionierte Unterwasserfotografen.
Neben den von Canon bereits gewohnten Funktionen wie den Fotoeffekten kräftige Farben, dunkler Hautton, Sepia usw. und dem bereits erwähnten Low Light, sticht bei der Canon PowerShot G11 vor allem der Automatik-Modus mit Scene-Detection-Technologie hervor. Nach einer Motivanalyse nach Gesichtern, Entfernungen, Farbe, Lichtverhältnissen und Bewegungen wählt die Kamera die passende Einstellung. Hierzu sind 22 Aufnahmesituationen voreingestellt.
Fazit + Preis: Bei der Canon PowerShot G11 werden sowohl Hobbyfotografen als auch Profis zugreifen. Die Leistungsmerkmale, vor allem die Möglichkeit Aufnahmen im RAW-Format zu tätigen, sprechen Bildkünstler auf der Suche nach den kreativsten Momenten als auch Freizeitknipser mit dem Blick für das richtige Motiv gleichermaßen an. Mehr Bilder – ebenfalls aus interessanten Blickwinkeln – gibt’s bei der Fotostrecke auf engadget.com!
Der Preis ist natürlich nicht unbeachtlich: Mit satten 589 Euro unverbindlicher Preisempfehlung liegt die Canon G11 wohl eher am oberen Ende dessen, was Hobbyfotografen für eine Kamera ausgeben. Bei amazon ist die G11 aber aktuell bereits für unter 480 Euro erhältlich – das ist doch schonmal etwas :)


13.11.2009 at 14:12
Sehr geehrte Damen und Herren,
beim Test der Canon G10 fällt mir auf, daß allerorten die Sensorgrößenangabe des Herstellers,
1/1,7 Zoll angegeben wird; das wären rechnerisch 2,54 mal 4,3 cm. Wenn ich die Brennweite des Zoomobjektives ins Verhältnis zur angegebenen KB-Brennweite setze, also 6,1 zu 28 mm, oder 30,5 zu 140 mm, dann ergibt sich ein rechnerisches Verhältnis von 1 zu 4,59, d.h. der Sensor ist
ein mehrfaches kleiner als KB und wäre damit ja auch deutlich kleiner als z.B. der Sensor der Panasonic GF1, deren Brennweitenverhältnis von 20 zu 40 mm KB eins zu zwei beträgt bei
einer Sensorgröße von 17 mal 13 mm. Daraus ergibt sich für mich die Frage, wie groß der Sensor
der G10 und auch der G11 in mm tatsächlich ist?
Mit freundlichem Gruß
Christoph Irrgang
19.11.2009 at 12:37
Hallo Herr Irrgang,
vielen Dank für Ihre wirklich interessante Frage!
Die Sensorgröße der G10 und G11 ist tatsächlich 1/1,7 Zoll. Auch Ihrer Rechnung gibt es nichts hinzuzufügen.
Die Bildqualität bleibt bei “nur” 5Megapixel bis zu einem 8.5fachen Zoomfaktor (mechanischer Zoom von KB 28 – 140mm + digitaler Zoom) =240mm KB, gleich.
Mit der G10 hat man praktisch eine Beschränkung auf kleinere Dateigrößen – faktisch eine Kamera mit Brennweitenbereich von 28 bis 240 / 300 mm (Kleinbild). Die G10 hat einen großen Zoombreich (5fach – wie erörtert). Sie müssen sich also entscheiden, ob sie eine Rauschfreiheit bis ISO 1600 – dann wäre die G10 für Sie die falsche Wahl – oder einen großen Zoombereich haben wollen. Für den Preis kann man leider (noch) nicht beides erwarten.
Die G11 bietet wie im Artikel geschrieben eine höhere Lichtempfindlichkeit als die G10. “Jeder einzelne Pixel ist größer und der Pixelabstand verringert sich – dadurch wird das Bildrauschen deutlich reduziert”. Canon versucht somit das Rauschen der G10 “auszuschalten”. Dies gelingt – wie im Test geschrieben – erstaunlich gut. Das Bildrauschen konnte somit auf ein Minimum reduziert werden. Aber auch hier ist zu sagen: Das Preisniveau entscheidet bei Kameras über die Qualität. Gegen eine Nikon D300 z.B. kann sie dementsprechend nicht mithalten.
Wir hoffen Ihre Frage ist damit beantwortet!
Viele Grüße aus der produkt-tests.de-Redaktion