Die neue Nikon Coolpix S8100 im Test

Eigentlich sollten wir Europäer den Nachfolger der Nikon Coolpix S8000 gar nicht in die Läden bekommen. Aber scheinbar hat der Erfolg der Kompaktkamera in den USA und in Asien das Unternehmen dazu gebracht, dass wir die S8100 seit Beginn dieses Jahres auch kaufen dürfen.

Doch was macht die kleine Kamera so groß?

Die Coolpix S8100 unterscheidet sich äußerlich zunächst nicht sehr stark von seiner Vorgängerin, der Coolpix S8000, bringt jedoch unter der „Linse“ einige Veränderungen mit. Zunächst wurde Zahl der Megapixel von 14,2 auf 12,1 reduziert. Dies ist jedoch kein Rückschritt, sondern ermöglicht schärfere und kontrastreichere Bilder, da sie nun optimal auf den Bildsenor abgestimmt sind. Bei diesem handelt es sich um einen CMOS-Sensor mit Hintergrundbeleuchtung, der besonders bei schlechten Lichtverhältnissen für hochwertige Bilder  und weniger Rauschen sorgt.

Der Weitwinkelbereich geht erst bei 30 Millimetern los, reicht jedoch bis 300 Millimeter. Das Objektiv ist eine Ed-Glas-Linse, besitzt einen optischen 10-fach-Zoom und deckt so einen weiten Bereich ab. Wem das noch nicht reicht, kann zusätzlich einen digitalen Zoom verwenden, muss jedoch dann bei der Bildschärfe zurückstecken.

Aussehen
Vom Aussehen her kommt die Kamera recht dezent im matten Schwarz oder Rot daher. Die Oberfläche besteht aus Metall und einige Frontbereiche sind gummiert, was einen sicheren Halt garantiert, auch wenn es mal wilder zugeht. Die Bedienknöpfe und -rädchen sind ebenfalls aus Metall, was nicht nur optisch, sondern auch für die Beständigkeit gut ist. Leider sind einige der Knöpfe sehr klein und mit großen Händen nicht optimal zu bedienen. Nikon hat allerdings mit dem Modulauswahlrad dafür gesorgt, dass eine Einstellung der gewünschten Funktionen sehr einfach und intuitiv möglich ist.

Ganz und gar nicht intuitiv, sondern richtig störend haben wir die Position des Blitzes empfunden. Dieser springt links oben aus dem Gehäuse, genau dort, wo jeder die Kamera festhält. Somit sind nicht nur ein paar Bilder schlecht belichtet gewesen (mit so einem Finger vorm Blitz ;) ), es sind auch viele schöne Momentaufnahmen verloren gegangen. Hier bedarf es einiger Übung, dass schlechte Bilder verhindert werden.

Schlechte Bilder macht die Nikon ansonsten kaum. Denn die Bildqualität ist in den verschieden Funktionen tadellos. Uns haben besonders die klaren Farben, Kontraste und die Detailgenauigkeit überzeugt. Hinzu kommt eine schnelle Bildabfolge ohne lange Wartezeiten.

Besonders für extreme Lichtverhältnisse, haben die Tüftler von Nikon 6 spezielle Details verbaut:
(1) Den CMOS-Sensor haben wir ja bereits eingangs erwähnt,
(2) Optimale Blitzlichtsteuerung, die die Blitzlichtzeit automatisch anpasst und so Schärfe und Helligkeit verbessert.
(3) Zwei gleichzeitig aktivierbare Bildstabilisatoren. Einer davon hat eine bewegliche Linsengruppe, der andere funktioniert elektronisch.
(4) Bildverarbeitungsmodul EXPEED C2 zur Rauschunterdrückung bei maximaler Empfindlichkeit und hoher Bildgröße,
(5) Funktion Motion Detection, die Bewegungen des Motivs misst und so die Verwacklungsschärfe optimiert.
(6) HDR-Funktion nimmt mehrere Bilder mit unterschiedlicher Belichtung gleichzeitig auf und erzeugt durch Kombination dieser ein optimiertes Bild. Diese Funktion dauert zwar etwas länger, das Ergebnis kann sich aber meist sehen lassen.

Aber auch bei extremer Helligkeit, wie bei Gegenlichtfotos kann die Kamera durch eine verbesserte ISO-Empfindlichkeit den Vordergrund hell und den Hintergrund deutlicher darstellen.

Im Test hat sich herausgestellt, dass tatsächlich gute, farbechte Bilder in der Dunkelheit entstanden sind. Auch Raumaufnahmen ohne Blitz waren dank der Bildstabilisatoren scharf und nicht verwackelt. Allerdings hat die Kamera bei starker Helligkeit Probleme mit Weißtönen.

Die Bildverarbeitung läuft schnell und ohne lange Verarbeitungszeiten ab. Auch Hochgeschwindigkeitsaufnahmen können mit der S8100 aufgenommen werden. Hierbei werden 5 Bilder in Folge geschossen. Die Qualität der Serienfotos hat uns aber nicht überzeugt, da nicht mit Blitz gearbeitet wird.

Für Hobby-Fotografen und Tüftler bietet die Nikon Coolpix Kamera insgesamt 17 Motivfunktionen, die sich anhand des Funktionsrades auch sehr leicht auswählen lassen. Darüber hinaus können die Bilder hinsichtlich Farbton, Helligkeit und Sättigung direkt auf der Kamera bearbeitet werden. Zusammenfassend kann die Qualität der aufgenommenen Bilder gelobt werden. Besonders die Automatik Funktion überzeugt, denn ohne besondere Einstellungen entstehen hervorragende Bilder.

In Sachen Videoqualität nimmt die Nikon S8100 HD Videos mit 1080p und mit Stereoton auf (S8000 entsprach 720p). Diese können dann direkt auf der Kamera bearbeitet werden. Außerdem bietet die S8100 eine Funktion zur Reduzierung von Windgeräuschen und die Möglichkeit, während der Aufnahme zu Zoomen und Fotos zu schießen. Für die Aufnahme von Filmen kann der Nutzer aus 16 verschiedenen Szenenprogrammen wählen. Beispielsweise die High-Speed-Zeitraffer-Funktion.

Die Ergebnisse können, genau wie die Bilder auf einem HD-fähigen Fernseher über den HDMI-Ausgang als Video oder Diashow angesehen werden. Leider fehlt im Lieferumfang das passende HDMI-Kabel. Nicht dabei ist auch eine entsprechende HD-Memory-Karte (SDHC). Hier ist es wichtig zu erwähnen, dass normale Karten keine HD-Videos aufnehmen! Die Videos werden im komprimierten Format (MPEG4) als AVC/H.264 mit AAC-Audio gespeichert und erscheinen als *.mov – Datei auf dem Speichermedium.

Im Test hat die Videofunktion gute Filme erstellt. Sowohl vom Bild als auch vom Ton waren wir positiv überrascht. Kleine Mängel hat die Kamera bei der Zoomfunktion, denn zum einen ist der Motor des Zoomes auf der Aufnahme hörbar und zum anderen verliert sich beim Zoomen kurzzeitig der Fokus. Weiterhin haben wir eine leichte Verzerrung des Tones festgestellt, wenn der Windrauschfilter aktiviert ist.

Die Handhabung der Kamera gestaltet sich durch das Bedienrädchen eingängig und intuitiv. Der Litium Ionen Akku wird über eine Mini-USB-Schnittstelle geladen und ist nach 4 Stunden wieder voll einsetzbar. Er hält laut Herstellerangaben für 210 Fotos. Die Kamera ist sehr schnell einsatzbereit, denn in weniger als einer Sekunde fährt sich das Objektiv aus. Anfangs ist die Kamera noch auf die höchste Auflösung eingestellt, was allerdings nicht zur besten Qualität führt. Diese sollte zunächst auf die persönlich favorisierte Auflösung gestellt werden.

Besonders hat uns das leucht- und kontraststarke 3 Zoll LCD-Display überzeugt. Bilder können in der Gruppe auf der Kamera anzusehen, ist durch 921.000 Bildpunkte und einen weiten Betrachtungswinkel ein großer Spaß. Dies wird auch durch die Strom sparende Clear-Color-Technologie unterstützt, die Farben  und Kontraste klar darstellt und Spiegelungen verhindert. Besonders bei Dunkelheit ist das Display der Nikon S8100 beeindruckend, bei Tage, besonders bei direkter Sonneneinstrahlung sind manche Details nicht optimal zu erkennen.

Fazit: Im Vergleich zu Ihrem Vorgänger hat sich die Kamera sowohl was die Technologie betrifft, wie auch in der Qualität der Bilder verbessert. Wir haben sehr gute Schnappschüsse in unserem Test gemacht. Dies war vor allem durch die guten Automatik-Einstellungen und die intuitive Handhabung möglich. Für Detailaufnahmen und die Künstler unter Ihnen, bietet die Kamera viele Möglichkeiten, Ideen umzusetzen. Hierfür ist ein Blick in die Bedienungsanleitung sehr hilfreich. Kleine Mängel haben wir bei Weißtönen, und dem Zoom- und Windgeräuschfilter bemerkt. Da diese Funktionen jedoch nicht täglich benötigt werden, fällt das nicht so sehr ins Gewicht. Schon gravierender haben wir die Blitzposition empfunden, die mit Übung für den Besitzer kein Problem darstellt, sobald die Kamera jedoch aus der Hand gegeben wird, den Spaß am Bilder schießen mildert. Der CMOS-Sensor und die Bildstabilisatoren machen einen super Job und wir können für die Nikon Coolpix S8100 eine Kaufempfehlung aussprechen, obwohl sie mit derzeit 234 Euro eher im höheren Preissegment ihrer Klasse liegt.