Logitech Wireless Solar Keyboard K750 im Test

Logitech Wireless Solar Keyboard K750

Die meisten Unternehmen übertrumpfen sich im Moment gegenseitig darin, besonders umweltschonende Produkte herzustellen. Logitech darf hier natürlich nicht fehlen und brachte vor kurzem die erste Solar-Tastatur auf den Markt. Ob das Hersteller-Versprechen „Keine Batterien, Kein Kabel, Keine Sorgen“ erfüllt wird und was die Tastatur sonst so besonders macht, haben wir für euch getestet.

Wie bereits aus dem Slogan zu erahnen, funktioniert die Logitechtastatur K750 ausschließlich über Solarzellen, die den integrierten Akku versorgen  und im oberen Bereich der Tastatur angebracht sind. Diese arbeiten ähnlich denen eines Taschenrechners, können jedoch auch den Akku aufladen, damit dem Nutzer in der Dunkelheit nicht der Strom ausgeht. Außerdem reicht das künstliche Licht einer Bürolampe bereits für den Betrieb aus.

Ein Tool, welches die Lichtintensität und den Akkuladezustand misst, kann bei Installation der Tastatur heruntergeladen werden. Dieses warnt den Nutzer auch rechtzeitig, wenn sich der Ladezustand doch einmal im kritischen Bereich befinden sollte. Leider funktioniert die App nur bei Windows-Systemen. Grundsätzlich ist die Tastatur mit Windows XP/Vista und Win7 kompatibel, in Zukunft soll es auch einen Treiber für MAC geben.

Dank Funkverbindung und einem sehr kleinen 2,4 Ghz Wireless Transmitter werden die Daten mit dem gewünschten Rechner ausgetauscht. Der Transmitter ermöglicht es außerdem zusätzliche Logitech Produkte (weitere Tastaturen, Mäuse, Headsets usw.) mit dem Rechner zu verbinden und so Schnittstellen zu sparen.

Eine Verbindung über Bluetooth ist leider nicht integriert, höchstwahrscheinlich aufgrund des dann höheren Stromverbrauches.  In Punkto Sicherheit entspricht die Logitech Tastatur den höchsten Standards, indem sie mit einer 128-Bit-AES-Verschlüsselung Daten überträgt.

Aussehen und Verarbeitung:
Beim Auspacken der Tastatur fällt sofort die geringe Höhe von ca. 0,8 cm und die schwarze, glänzende Lackoberfläche auf. Diese Klavierlackoptik ist aktuell bei vielen Produkten zu finden und gibt der Taststur ein edles und modernes Aussehen. Leider lässt es sich beim Gebrauch einer Tastatur nicht vermeiden die Hände zu benutzen, und so entstehen schnell Fingerabdrücke auf dem glänzenden Material. Auch ist das glänzende Schwarz nichts für Nutzer mit einem Auge für Staub. Nicht ohne Grund legt Logitech ein Staubtuch gleich mit in die Verpackung.

An der Rückseite aus weißem Kunststoff befinden sich die aufstellbaren Füße, die eine leichte Schräglage der Tastatur ermöglichen. Hier war die Redaktion geteilter Meinung, denn einige fanden die Position zu steil zum Arbeiten, andere hingegen kamen sehr gut mit der Einstellung zurecht. Leider gibt es keine Zwischenlösung, sondern nur die Variante Füße ein- oder ausgefahren.

Zwar sehen die Füße eher dünn aus, bewiesen sich aber im Belastungstest als recht stabil. Überhaupt muss die Tastatur keinen großen Belastungen beim Tippen standhalten, denn die konkav geformten Tasten lassen sich sehr einfach anschlagen. Die dabei erzeugte Tipplautstärke kann mit der einer Notebook-Tastatur verglichen werden.

Handling:
Die Anordnung der Tasten entspricht einer Standard-Tastatur, mit einigen Ausnahmen: An der Stelle, an der sich normalerweise die rechte Windows-Taste befindet, wurde die farbig hervorgehobene FN-Taste untergebracht, mit der sich die Sonderbelegungen der F1 bis F12 Tasten zugreifen lässt. Hier sind die üblichen Funktionen, wie Laut/ Leise, oder Play/ Pause zu finden. Die Windowstaste wurde kurzerhand auf die linke Seite der Leertaste verbannt, in dem Wissen, dass oft einfach keine zweite Windowstaste gebraucht wird.

Individuelle Tastenbelegungen sind natürlich auch möglich. Leider ist die Entfernen Taste nicht vergrößert, wie dies bei früheren Logitech-Tastaturen der Fall war. Wünschenswert wäre auch eine Beleuchtung der Tasten, wie sie bei der Logitech K800 zu finden ist, dies wird aufgrund des erhöhten Stromverbrauches sicher nicht sinnvoll gewesen sein.

Fazit:
Die revolutionäre Idee der solarbetriebenen Tastatur ist leider nicht ganz neu, denn bereits 2004 hat der Hersteller Cherry eine kabellose Tastatur mit Solarzellen entwickelt und verkauft. Da Logitech generell sehr sparsame Geräte herstellt, beispielsweise den Trackball M570, bei dem ein Batteriewechsel nur ein Mal im Jahr nötig ist, begrenzt sich der revolutionäre Mehrwert auf ein verhältnismäßig seltenes Ereignis.

Allerdings passt die Tastatur zur Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens, welche als Ziel hat, die Logitech-Fußabdrücke in der Natur so klein wie möglich zu halten. Eine PVC-freie Verarbeitung der Tastatur und eine komplett recyclebare Verpackung des Gerätes sind deshalb nur konsequent. Des Weiteren ist die Tastatur ein Hinkucker und man kann getrost sagen, sie lebt von Sonne, Luft, der Liebe zur Natur und besonders vom derzeitig noch stolzen Preis von ca. 80 Euro. Einen aktuellen Preisvergleich zur Logitech Solartastatur gibt’s z.B. bei Yopi.de.